Lebenshilfe bildet mit wertkreis Gütersloh Peer-Unterstützer aus

09.01.2019
Peer Unterstützer

„Jetzt geht es für Euch los“, freut sich Lebenshilfe Mitarbeiterin Jacqueline Kawekji mit den neuen Peer-Unterstützern, die mit ihren Zertifikaten für eine erfolgreiche Ausbildung ins neue Jahr starten. „Peer-Unterstützer sind Menschen mit Behinderung, die als Experten in eigener Sache Beratung auf Augenhöhe anbieten“, erklärt Heidi Behr, Mitarbeiterin der Lebenshilfe Gütersloh, das Konzept. „Es geht dabei vor allem darum, sich in die Situation der anderen Person einzufühlen und aufgrund eigener Erfahrungen Mut zu machen, eigene Ziele zu formulieren und zu verfolgen“, so Behr weiter. Bereits seit April 2017 bietet die Lebenshilfe in ihrer Beratungsstelle Peer-Unterstützung an, allerdings fehlte eine passende Ausbildungsmöglichkeit hierfür. Ein eigens von Mitarbeitern der Lebenshilfe entwickeltes Ausbildungs- und Schulungsprogramm wurde nun gemeinsam mit wertkreis Gütersloh umgesetzt. „Hierfür haben wir uns an den Richtlinien des Erwachsenenfortbildungsprogramm für Trainer und Peer-Unterstützter des EU-Projektes TOPSIDE sowie an dem vielfältigen Methodenschatz der Persönlichen Zukunftsplanung orientiert“, erläutert Jacqueline Kawekji, Mitarbeiterin der Lebenshilfe und zertifizierte Expertin und Moderatorin für PZP. Die Ausbildung fand 2018 im Rahmen der arbeitsbegleitenden Angebote von wertkreis Gütersloh statt. Sie wurde von den Mitarbeiterinnen der Lebenshilfe durchgeführt und vom Sozialdienst von wertkreis Gütersloh unterstützend begleitet. Kursinhalte waren unter anderem eine Kommunikationsschulung, Rollenspiele und eine Einführung in das richtige Führen von Beratungsgesprächen. Teil der insgesamt acht Ausbildungstage war auch eine ganztägige, teambildende Maßnahme im Klettergarten „grenzenlos“ auf dem Kiebitzhof. Die Teilnehmenden der Schulung haben sich für 2019 einiges vorgenommen: Sie wollen die gewonnenen Kenntnisse anwenden und sich gern noch weiterbilden: „Ich will meine Erfahrungen weitergeben – privat, im Verein oder in der Arbeit,“ sagt etwa Peer-Unterstützer Marcel Donnelly. Er ist sich sicher: „Ich kann nach diesem Kurs Menschen helfen.“ Andere sind direkt initiativ geworden: Kursabsolvent Timo Klingebiel hat sich sofort einen Termin bei seiner Standortleitung im wertkreis geben lassen, „um zu besprechen, ob wir in der Werkstatt vielleicht als Unterstützer auch Sprechstunden anbieten können.“ Für Sabine Richter-Finke vom wertkreis-Sozialdienst ist das bereits ein wertvoller Effekt der Ausbildung: „Hier ist in einer intensiven Arbeitsatmosphäre viel vermittelt worden. Das schafft neben Selbstbewusstsein auch Lust auf neue Aufgaben.“